Zeit, um zu Spielen?

des sandlers tod

(in gedenken an meinen onkel „helmi“)

 

 

 

 

hey, sandler! du!

wer verspürt schon trauer,

wenn von euren einer stirbt.

jeder baut ´ne mauer,

und sich nicht den appetit verdirbt.

 

gefangen in dem freiheitsdrang,

der ordnung wolltest du entflieh´n.

freiheit, liebe, harmonien,

waren offensichtlich deine ziele.

probleme mit der polizei gar viele,

schrammtest immer am gesetz entlang.

 

hey, sandler! du!

wer verspürt schon trauer,

wenn von euren einer stirbt.

jeder baut ´ne mauer,

und sich nicht den appetit verdirbt.

 

ausgesetzter des systems, im staatsgefüge,

darüber hast du nur gelacht.

auflehnung gegen macht,

ist euer täglich brot

letztendlich sitzen alle wir im selben boot;

und grenzen, wirtschaft und konsum ist alles lüge.

 

hey, sandler! du!

wer verspürt schon trauer,

wenn von euren einer stirbt.

jeder baut ´ne mauer,

und sich nicht den appetit verdirbt.

 

warst nicht verstoßen, noch geächtet,

dies leben, hast du selbst dir auserwählt.

nur freiheit, wie du dachtest, hat für dich gezählt,

obwohl die gibt es nicht, doch einerlei,

und jetzt, ja jetzt, das kann man sagen, bist du frei,

nun nicht mehr von könig alkohol geknechtet.

 

hey, sandler! du!

wer verspürt schon trauer,

wenn von euren einer stirbt.

jeder baut ´ne mauer,

und sich nicht den appetit verdirbt.

 

warst sicher kumpel und bekannter,

für viele in dem obdachlosenkreise.

hast, so scheint es, nie gedacht in dieser weise

an geschwister, eltern und dein früher heim.

missraten oder nicht, jeder macht sich seinen eig´nen reim

und dennoch warst du stets für mich verwandter.

 

hey, sandler! helmi, du!

auch in mir liegt keine trauer,

´s klingt sicher selten dumm,

war auch stets um mich ´ne kleine mauer,

trag doch allzeit ich dich in meinem herzen ´rum.

 

© 11dezember2002 by hch

 

 

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