unergründlich
auf dem wege zum weiher macht’ ich mich hin
schaurig und schön spiegelt das mondlicht darin
es schallt helles gelächter durch diese nacht
die nymphen am ufer sind eben erwacht
sie spielen ein spiel, das noch niemand geschaut
sie spielen so lange bis der morgen ergraut
werfen steine ins wasser, wieder und wieder
und singen dazu ihre geheimen lieder
im wasser bilden sich zyklische wellen
stets mehr bewegungen dazu sich gesellen
mit diesen andauernd kreuzenden kreisen
verändern sich ihre anmutigen weisen
sie lesen im weiher, als wär’ das ihr text
die neugier in mir, sie wächst und sie wächst
so tret’ ich voll spannung aus meinem versteck
im nu entschwinden die nymphen, alle sind weg
übrig bleiben bloß im wasser die kreise
sie schwappen ans ufer, versanden ganz leise
ach, ich wünschte, auch ich könnte sie lesen
die zukunft, das schicksal, diese kryptischen wesen
auch myriaden von sternen erhellen die nacht
sind uralte schriften, doch von göttern gemacht
und auch diese, ich nicht zu entziffern vermag
ist sicher zwischen den göttern geheimer vertrag
während ich menschlein von all diesem nichts ahn’
ertönt traurig, von ferne, die flöte des pan
sie klingt göttlich und unergründlich zugleich
und schon zieht zartrosa der morgen ins reich
© 22april2007 by hch
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Zeit, um zu Spielen?

